Montag, 19. März 2018, 20 Uhr Kongresshaus Rosengarten

 

Sinfoniekonzert

in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Coburg

Alexander Lonquich, Leitung und Klavier

PHILHARMONISCHES ORCHESTER LANDESTHEATER COBURG

 

Wer am 14. Januar 2013 das Konzert der Musikfreunde zum 100-jährigen Jubiläum erlebt hat, wird sich nicht darüber wundern, dass im Laufe der Zeit sowohl Mitglieder des Orchesters wie des damaligen Publikums immer wieder auf dieses Konzert zu sprechen kommen und eine Fortsetzung dieser künstlerischen Konstellation erhoffen. Das soll nun geschehen. War es damals ein Programm mit 3 Werken Mozarts stehen diesmal 2 Klavierkonzerte und eine Sinfonie von Beethoven auf dem Programm. Alexander Lonquich hat bereits 7 Konzerte bei den Musikfreunden, deren Ehrenmitglied er inzwischen ist, gespielt. Im Frühjahr 2017 erhielt er als bester Solist den renommierten Premio Franco Abbiati (Preis der italienischen Kritiker).

www.baldrighi.com

Ludwig van Beethoven

 Klavierkonzert Nr.1 C-Dur op.15

Sinfonie Nr. 2 D-Dur op.36

Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op.58

Eintritt: 28 €

Freier Eintritt für Mitglieder Musikfreunde und Abo Sinfoniekonzerte

Karten an der Theaterkasse LTC und Abendkasse, Schüler-/Studentenkarten nur Abendkasse

 

Neue Presse vom 21. März 2018

 

Beethoven in exquisitem Wohlklang

 
Im 5. Sinfoniekonzert des Landestheaters bezaubert Alexander Lonquich als Pianist und Dirigent gleichermaßen. Es gibt nur empfindsamen Beethoven im Kongresshaus zu hören.
 

von Bernd Schellhorn

 

Nun ja, das war ein Hörvergnügen der feinsinnigsten Art, dieses 5. Sinfoniekonzert mit Alexander Lonquich am Pult und an den Tasten. Er spielte zwei Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven, das fabelhafte "Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur op. 15" und das gefeierte Virtuosenwerk "Nr. 4 G-Dur op.58", zwischen diesen dirigierte er dessen "Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36".

Beeindruckend war es, mit welcher Eleganz, aber auch mit welch enormen Körpereinsatz er die Klavierkonzerte aus den Tasten zauberte und sich dabei gleichzeitig um präzise Orchester-Einsätze kümmerte. Er spielte natürlich alles auswendig mit großer Ruhe und Konzentration. Vieles, was der Zuhörer bisher nie verstand oder noch schlimmer nie gemocht hatte an diesen Beethoven'schen Meilensteinen, wird durch seine Interpretation plötzlich vollkommen verständlich und eingängig.

Die Konzerte erfuhren einen sinnlichen Wohlklang durch das wunderbar klare Parlando-Spiel, die intensive Zeichnung der gegensätzlichen Motive und das gelungene Einfügen des Virtuosen in die Farben des Gesamtklanges. Daran hatte das Philharmonische Orchester Landestheater Coburg natürlich maßgeblichen Anteil.

Es setzte nämlich unter dem Dirigat von Lonquich alle nur erdenklichen Nuancen und Schattierungen ein, um die Klang-Palette mit den Mixturen der Instrumenten-Register ganz auszuschöpfen. Streicher und Bläser erschufen sensible und freche Sforzati und woben feine Dynamik über die weiten Kantilenen. Aber auch das Jähe und Revolutionäre, der intensive Konterpart zum Dolce-Solo-Klavierpart gelang gekonnt, wenn die Trompeten und die Pauken sich in Szene setzten. Ersichtlich war an der traumwandlerischen Sicherheit bei den Tempo-Übergängen auch Konzertmeister Martin Emmerich maßgeblich beteiligt: Der gab klare Zeichen an seine Mitmusiker, wenn sich Alexander Lonquich ganz dem Klavierpart widmen musste.

In der 2. Sinfonie konnte sich der international gefragte und gefeierte Maestro dann aber vollkommen auf das Dirigieren konzentrieren. Er bevorzugte die kleinen, aber trotzdem unmissverständlichen Zeichen: Das Wippen aus dem Handgelenk, das kurze Abwinken und gab dem Orchester viel Gestaltungsfreiheit, indem er den linken Arm öfters aus dem Dirigat nahm. Dieser kleine Kunstkniff bewirkte intensive Zeichnung der Kantilenen und des Klangbildes in langem Atem, das Orchester interpretierte dies feinsinnig genau. Allen Musikern war während des ganzen Abends anzumerken, wie sehr sie sich über dieses Konzert mit Alexander Lonquich freuten.

Um solch angesehene Künstler nach Coburg zu holen, hat sich die Zusammenarbeit von Landestheater und der Gesellschaft der Musikfreunde e.V. bewährt. Es ist zu hoffen, dass diese weitere glanzvolle Konzertabende eröffnen. Es gab laute Bravos und begeisterten Beifall für dieses außergewöhnliche Beethoven-Programm. Lonquichs zauberhaftes Klavierspiel wird wohl in vielen Zuhörern noch lange nachklingen.

Coburger Tageblatt vom 21. März 2018

 

Beethoven-Gala fasziniert in Coburg

 
Wie der Auftritt des Pianisten und Dirigenten Alexander Lonquich mit dem Philharmonischen Orchester zum doppelt faszinierenden Konzertabend wird.
 

von Gerhard Deutschmann

 

Die in Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft der Musikfreunde und dem Landestheater durchgeführte Beethoven-Gala knüpfte an das Konzert zum 100-jährigen Jubiläum der Musikfreunde am 14. Januar 2013 an. Damals beeindruckte Musikfreunde-Ehrenmitglied Alexander Lonquich mit drei Werken von Mozart erstmals als Klaviersolist und Dirigent in Personalunion.

Nun kam sozusagen die Fortsetzung mit zwei Klavierkonzerten und einer Sinfonie Beethovens als noch größere Herausforderung, die der vielfach ausgezeichnete Künstler glänzend bestand.

Energischer Anschlag

Es begann mit dem 1. Konzert für Klavier und Orchester C-Dur von Beethoven, einem jugendfrischen, in größter Eile entstandenen Werk, um das sich viele Legenden ranken. Alexander Lonquich zeigte flüssiges, technisch überlegenes Klavierspiel mit energischem, flexiblem Anschlag in den raschen Sätzen und beseelten zarten Tönen im Largo. 

Am straffen Zügel hielt er daneben noch das aufmerksam und präzise mitgehende Orchester, das klangschön und teilweise auch ohne Dirigenten zuverlässig agierte. In seiner Art der Interpretation ließ Lonquich erkennen, dass er das "Männliche", Energische bei Beethoven betonte und dessen Musik keinesfalls romantisch "verzärteln" wollte. Dafür bot sich reichlich Gelegenheit, besonders in der virtuos dargebotenen langen Kadenz des ersten Satzes.

Zeitlich eigentlich schon pausenreif stand nun noch die 2. Sinfonie 2 D-Dur auf dem Programm. Hier konnte Alexander Lonquich seine gestalterischen und dirigentischen Fähigkeiten eindrucksvoll präsentieren, wenn er mit klarer Schlagtechnik versuchte, jeden Takt mit Leben zu erfüllen und keine Note der Bedeutungslosigkeit anheimfallen zu lassen. 

Die gewichtige langsame Einleitung, das folgende musikantische Allegro con brio, das melodische Larghetto, das spritzige Scherzo und das turbulente Finale erklangen dank dieser gestalterischen Vorgaben wie aus einem Guss, wobei man die sichtliche Freude des homogenen und mit klangvollen Soli aufwartenden Orchesters in jeder Phase deutlich spürte.

Nach der für alle nun verdienten Pause stand noch ein gewichtiges Werk auf dem Programm, das 4. Konzert für Klavier und Orchester G-Dur, für viele Musikfreunde das schönste des Fünfecks und formal schon in die Zukunft des romantischen Formbegriffs weisend. Hier begeisterte wiederum der tadellose, intensiv gestaltende Pianist, der die Musik "atmen" ließ und das wiederum auf gleicher Wellenlänge musizierende Orchester mit seiner klanglichen Prägnanz.

Umjubelte Zugabe

 

Nach dem mit tänzerischem Schwung dargebotenen Rondo-Vivace setzten - wie schon bei den vorausgehenden Werken - begeisterter Jubel und Bravorufe ein. Wer geglaubt hatte, Alexander Lonquich sei nach dieser Mammutleistung verständlicherweise erschöpft, wurde eines Besseren belehrt, als der Maestro und das Orchester noch einmal den umfangreichen Schlussatz des 1. Klavierkonzerts von Beethoven als willkommene Zugabe anstimmten. Bravo, bravissimo!