Montag, 22. Januar 2018, 19:30 Uhr, Kongresshaus Rosengarten

Europa 3

Ungarische Künstler spielen Musik aus Deutschland, Russland und Frankreich

 

Kristóf Baráti, Violine
Gábor Farkas, Klavier

 

Sechs Jahre nach ihrem ersten sensationellen Auftritt in Coburg im Januar 2012 ist es uns gelungen, das Duo Kristóf Baráti und Gábor Farkas erneut nach Coburg zu locken. Baráti wurde zwischenzeitlich mit dem Kossuth-Preis, der höchsten Kultuehrung seines Heimatlandes Ungarn ausgezeichnet. Es wäre überflüssig, die vielen gewonnenen Wettbewerbe und Preise wie die künstlerischen Referenzen und Kooperationen der beiden Musiker aufzuzählen. Stattdessen werfen wir einen kurzen Blick auf das, was die Coburger Rezensenten nach dem damaligen Auftritt schrieben: Gerhard Deutschmann im CT vom 25.01.2012: …musizierten „in selbstverständlicher technischer Überlegenheit dynamisch-agogisch wie aus einem Guss.“ Das letzte Stück „rief wahre Begeisterungsstürme hervor. Die hielten noch nach 2 Zugaben an.“ Und Bernd Schellhorn bemerkt in der NP vom 25.01.2012: „Kunst entsteht aus der intensiven Ruhe, die…mühelos klingt, jede Kleinigkeit darlegt…Es wirkt elegant und nobel, dieses reife Zusammenspiel…“

www.kristofbarati.com

Ludwig van Beethoven

 Sonate a-Moll op.23

 

Johannes Brahms

Sonate d-Moll op.108

 

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

 Souvenir d´un lieu cher op.42

 
Maurice Ravel

 Tzigane (1924)

Eintritt 25 €

Freier Eintritt für Mitglieder Musikfreunde, Schüler und Studenten

 

Neue Presse von 24. Januar 2018

 

Traumhafter Geigenklang

 
Der ungarische Geiger Kristóf Baráti fasziniert im Zusammenspiel mit dem Konzertpianisten Gábor Farkas bei den Coburger Musikfreunden.
 

Das große Auditorium erfasste am Montagabend im Kongresshaus Rosengarten Bewunderung mit Gänsehautgefühl vor dem großen Ton, den Kristóf Baráti mit der ersten Note anstimmte. Mit der Leichtigkeit einer Feder streichelte der Ausnahmegeiger aus Budapest die Saiten seiner Violine und entlockte ihr so transparent saubere und reine Klänge, wie sie die Musikfreunde seit Jahren nicht erlebt hatten.

Im blinden Zusammenspiel mit Gábor Farkas aus Budapest, der ebenfalls bereits viele internationale Erfolge feiern konnte, präsentierte er die "Sonate für Klavier und Violine Nr. 4 a-Moll op. 23" von Ludwig van Beethoven in höchster Präzision, dynamisch dramatisch und temperamentvoll. Mit perfekter Genauigkeit ergänzten beide die spitzen Einwürfe vielfältiger kleiner Motive in einem melodischen Fluss des "Presto". Die sparsamen Einwürfe der Violine zum thematisch führenden Piano zeugten im "Andante scherzoso più Allegretto" von unglaublichem Zartgefühl und musikalischem Einfühlungsvermögen. Die Stimmungstupfen der Violine rundeten im "Allegro molto" die thematische Linie im Klavier letztlich zu einem Ganzen ab.

Seinen großen runden Ton konnte der Solist in den böhmischen Melodien der "Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 d-Moll op. 108" von Johannes Brahms voller Energie und Emotion einbringen. Im Stil eines Violinkonzertes harmonierten die Musiker in der sinfonischen Durchführung des großen Eingangssatzes "Allegro". Die Geige sang im "Adagio" ein volksliedhaftes Gebet als romantisches Liebeslied ohne Worte in den Konzerthimmel; gab sich "un poco presto e con sentimento", spielerisch bewegt und hintergründig zerrissen, bevor sie im Finale "Presto" in ein Doppelkonzert mit dem Klavier einstieg und auf dessem festen und festlichen Boden ein heftiges expressives Feuerwerk abbrannte.

Im zweiten Teil seines Konzertes zeigte Kristóf Baráti mit "Souvenir d'un lieu cher op. 42" von Peter Tschaikowsky seine feinste und zarteste, federleichte Klangkunst. "Meditation" erklang schön und einfach in der Komposition. Leisestes Pianissimo faszinierte darin ebenso wie das schwindelerregende Perpetuum mobile der Staccati und technischen Finessen eines Paganini im mittleren "Scherzo", das atemlose Geschwindigkeit mit der lieblichen Melodik von Johann Strauß in Einklang brachte. Die abschließende "Melodie vereinte die solistischen Höhenflüge mit großen Emotionen.

Furioses Ende

 

Nach den zarten, reinen, glasklaren Tönen von Beethoven bis Tschaikowsky fegte im Finale mit der "Tzigane, Rhapsodie de concert" von Maurice Ravel ein feuriger Sturm wechselnder intensiver Gefühle durch den Saal. Dieses Bravourstück für den Geigenvirtuosen brachte mit seiner technischen Akrobatik, den Tempo- und Rhythmuswechseln das musikalische Blut zum Kochen. Diese Apotheose der Zigeunergeige, die im Zusammenklang mit dem orchestralen Klavier durch die Tempi der Solovioline mitreißt, ist zugleich ein expressiver wehmütig-ironischer Abgesang auf die Zigeunerromantik analog zu Ravels "La Valse".

Der aufbrausende Beifall mit den Bravorufen animierte das Duo zur Erweiterung seines Programms mit den romantisch empfindsamen Sätzen: "Andante tranquillo" und "Allegretto grazioso" aus der "Violinsonate Nr. 2 A-Dur Op. 100" von Brahms.

Coburger Tageblatt vom 24. Januar 2018

 

Coburgs Musikfreunde erleben Sternstunde der Kammermusik

 
Wie das ungarische Meisterduo Kristóf Baráti (Violine) und Gábor Farkas (Klavier) im Kongresshaus durch sein außergewöhnliches Musizieren begeisterte.
 

Unvergessen ist noch ihr grandioser Auftritt in der Saison 2012. Nun kamen sie zu einem Europa-Konzert mit Werken von Beethoven, Brahms, Tschaikowski und Ravel erneut zu den Musikfreunden ins Kongresshaus.

Kristóf Baráti und Gábor Farkas präsentierten sich als eingeschworenes Duo von außerordentlichem Können und nachtwandlerischem Zusammenspiel. Schlackenloser Ton und Strich sowie eindringliche Gestaltung zeichnen den international gefragten Geiger aus, virtuoses, treffsicheres Spiel und subtile Anschlagskunst den vielfach ausgezeichneten Pianisten. Ihre ausgereifte Interpretation der dargebotenen Werke kann man ohne Übertreibung als Sternstunde der Kammermusik bezeichnen.

Mit beseeltem Ton

Es begann mit der Sonate für Klavier und Violine a-Moll op. 23 von Ludwig van Beethoven, dem dramatischen Schwesterwerk der heiteren "Frühlingssonate". Technisch überlegen und subtil gestaltet erklang das einleitende Presto, gelöst das einen langsamen Satz ersetzende Andante scherzoso und wiederum dramatisch-virtuos das abschließende Allegro molto.

Auch Johannes Brahms nannte sein Opus 108 d-Moll "Sonate für Klavier und Violine", da dem Tasteninstrument besonders schwierige Aufgaben zugedacht sind. Ernst und gewichtig mit flexibler Dynamik und organischer Agogik gestaltete das Duo den Kopfsatz, andächtig mit beseeltem Ton das Adagio. Die Sonate beinhaltet auch eine Art Scherzo, das locker und spritzig musiziert wurde. Leidenschaftlich und mit großen Steigerungen erklang das Presto-Finale.

Elegisch bis virtuos

"Erinnerung an einen lieben Ort" nannte Peter Tschaikowski sein aus drei Sätzen bestehendes Opus 42, das nach der Pause auf dem Programm stand. Es beginnt mit einer verträumten, elegischen "Méditation", einem quirligen Scherzo - ein virtuoses Kabinettstückchen für den Geiger - und einem "Melodie" genannten lyrischen Ausklang. Kristóf Baráti konnte hier lyrischen Schmelz auf seinem tragfähigen Instrument verströmen, von Gábor Farkas wie stets anpassungsvoll und kompetent begleitet.

Klangzauberer

Ein wirkungsvolles Virtuosenstück hatte man sich für den Abschluss aufgehoben, die Konzertrhapsodie "Tzigane" von Maurice Ravel. Mit intensivem Ton und sauberen Doppelgriffen meisterte der Geiger den schwierigen Solopart zu Beginn, um sich dann zu einem hochvirtuosen Klangzauberer mit atemberaubender Stretta zu steigern, wobei der Pianist ihm in nichts nachstand. Nur selten wird man eine ähnlich mitreißende Interpretation dieses wirkungsvollen Meisterwerks erleben!

Hartnäckiger Beifall

Durch ihren hartnäckigen Beifall kamen die Zuhörer noch in den Genuss von zwei Zugaben, bei denen die Künstler wieder auf Brahms zurückgriffen und die Sätze 3 und 2 der Sonate Nr. 2 A-Dur op. 100 zu klangvoller Wiedergabe brachten.